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Bitte keine Blumen! Die Kunst zu schenken

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Ist die schön! #blumen #flower #thisiscologne #stanton

Ein von Ute Blindert (@uteblindert) gepostetes Foto am

Vor kurzem moderierte ich eine Veranstaltung im Süddeutschen. Am Ende kam die Veranstalterin in großer Runde auf mich zu – und überreichte mir einen wunderschönen Blumenstrauß. Ich freute mich über die Anerkennung – und lächelte gequält.

Hintergrund: Ich war mit dem Zug unterwegs. Diesen wunderschönen Strauß würde ich nie heil nach Hause bekommen – und besonders praktisch zu transportieren war er auch nicht.

Ich verschenkte ihn an eine der Teilnehmerinnen, die sich riesig freute.

Wie schade! Ich bekomme gern Anerkennung für meine Arbeit, gern auch zusätzlich zu dem Honorar. Blumen gehören allerdings zu den Gesten, die ich am wenigsten zu schätzen weiß. Blumen machen sich gut auf dem Erinnerungsfoto der Veranstalter, für die Empfängerinnen bedeuten sie eher Mühe.

Noch blöder wird es übrigens, wenn man als Frau einen Blumenstrauß erhält und die männlichen Kollegen eine Flaschen guten Alkohols, so wie meiner geschätzten Kollegin Maren Martschenko neulich ergangen. Die sich anschließende Diskussion nach dem Post brachte schnell zutage, dass es vielen Beschenkten ganz ähnlich ergeht.

Einen Blumenstrauß zu erhalten ist an sich eine wunderbare Sache. Er soll die Dankbarkeit und Wertschätzung des Schenkenden ausdrücken. Dabei kann man sich aber schon die Frage stellen, für wen ein Geschenk eigentlich sein soll? Für den Schenkenden, der damit ein schönes Abschlussbild auf der Bühne bekommt, oder wirklich für den Beschenkten.

Daher plädiere ich dafür, dass sich die Schenkenden mal in die Situation des Beschenkten versetzen und überlegen: Was könnte eine wirkliche Freude sein? Also quasi wie beim Costumer Experience:

  • Wer noch reisen muss, braucht keine Blumen.
  • Wer fliegt und nur mit Handgepäck reist, kann auch Flüssigkeiten schlecht mitnehmen.
  • Bücher, die die Geschichte eines Unternehmens erzählen, und dabei zwei Kilo wiegen – auch schwierig.

Am besten fand ich bis jetzt das Geschenk bei einer Veranstaltung zum „Digitalen Wandel“, bei dem jede Teilnehmerin ein Akku-Pack aus Holz bekam. Das war praktisch und schön, leicht – und Akku-Packs kann man eh nicht genug haben;-)

1 Kommentare

  1. Noch eine Idee: ein Polo oder hochwertiges Shirt mit einem Aufdruck/Stick des Events. Falls es ein regelmäßiges ist, ist das auch gar nicht mal sooo teuer.
    Ich bin darauf gekommen, weil ich bestimmt an die 20 (oder mehr) T-Shirts habe, die mit BarCamp-Motiven oder ähnlichen Event-Aufdrucken versehen sind.
    Ich habe noch kein einziges weggeschmissen! Und die Shirts leben teils seit 2008 (erstes BarCamp Hannover, das ich mitorganisierte) mit mir. Nachhaltiger kann man nicht an ein Event erinnert werden.
    Wenn das Motiv dezent genug angebracht ist, kann man das Shirt sogar alltags tragen.
    Erfordert natürlich die Anfrage nach der Konfektionsgröße vorweg oder man hat einen Schwung in unterschiedlichen Größen vorrätig. Was dabei nicht geht, ist eine Einheitsgröße. Denn dann kehrt sich der schöne Effekt um. Ein unpassendes Shirt ist eben unpassend.

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